Die Xhosa und die Ahn/inn/en

Derzeit sind zahlreiche Planeten rückläufig, und das kann heißen, dass wir mit Themen aus der Vergangenheit konfrontiert werden, häufig unsere Herkunftsfamilie betreffend. In schamanischen Kulturen spielt die Achtung vor den Ahninnen und Ahnen eine fundamentale Rolle, in Sibirien genauso wie in Afrika und Amerika.

John Lockley, ein südafrikanischer Sangoma, sagt, dass es bei der Ehrung unserer Vorfahren um die Heiligkeit des Lebens geht, das sie uns gegeben haben. Und das ist eine Tatsache, unabhängig von allem, was sonst geschehen sein mag. In der Xhosa-Kultur in Südafrika führt ein Weg zum Großen Geist, zu Gott, über das Gebet zu den Ahnen, die als Mittler angesehen werden zum Großen Geheimnis.

Gebete vom Herzen her können unsere Seele öffnen, beleben, aktivieren. Und diese Seele, die sich vielleicht vernachlässigt in irgendeinen Winkel unseres Körpers, unseres Seins zurückgezogen hat, wird aufatmen und uns neue Pfade zeigen, wenn die alten nicht mehr passen. Im Traum, Zeichen in der Natur, Hinweise von anderen Menschen, über unseren Körper – es gibt vielerlei Möglichkeiten, wie unsere Seele zu uns spricht.

Orte, die man in der Osterzeit aufsuchen sollte

Diese Orte möchte ich euch in der Frühlings- und Osterzeit besonders ans Herz legen: Quellen und den Hohenstein.

Früher war es Brauch, dass Frauen am Ostermorgen noch vor Sonnenaufgang schweigend eine Quelle aufsuchten, um Quellwasser zu schöpfen. Meine alte Nachbarin, Oma Beissner, erzählte mir vor langer Zeit, dass sie in jungen Jahren auch an Ostern zur Quelle der Beeke im Sülbecker Pastorenwäldchen gegangen ist, um Wasser zu holen. Das Osterwasser hielt sich ein ganzes Jahr lang frisch. Es wird erzählt, dass Waschungen mit Osterwasser gesund und schön machen.

Ein weiterer Frühlingsort ist der Hohenstein. Dort gibt es Felder von weißem und violettem Lärchensporn, gelbe und weiße Buschwindröschen, den seltenen Seidelbast, blaue Leberblümchen, Schlüsselblumen und Bärlauch mit seinem angenehm beißenden Geruch, Frühblüher, die anderswo selten zu finden sind.

Doch neben diesen sichtbaren Frühlingszeichen hat der Hohenstein auch eine energetische Qualität, die uns Menschen dabei unterstützt, neue Wege einzuschlagen. Ich selber habe an einem Ostertag auf dem Hohenstein den Impuls bekommen, endlich meine Erlebnisse an Quellen aufzuschreiben und so anderen Menschen zugänglich zu machen. Eine Bekannte bekam in einer schamanischen Reise den Hinweis, auf den Hohenstein zu gehen, um eine Blockade zu lösen, die sie daran hinderte, sich mit ihren Fähigkeiten in der Welt zu zeigen.

So wie jede Tageszeit und jede Jahreszeit ihre besonderen Eigenschaften hat, haben auch Orte ihre speziellen Qualitäten. Naturvölkern mit ihrem schamanischen Wissen ist dies schon lange bekannt. Bei uns wurde die Aufmerksamkeit vor allem durch das chinesische Feng Shui und die europäische Geomantie auf die Bedeutung der energetischen Qualität von Orten gelenkt.

Stürmische Zeiten, über Synchronizität

Es stürmt, nicht nur der Orkan braust über Dächer und Bäume hinweg, reißt Dächer ab und Bäume um. Auch auf anderen Ebenen stürmt es, in der Politik wie im Privaten. Selbst in einem stabilen, langjährigen Freundeskreis kriselt es plötzlich.

Abwarten, bis der Sturm vorüber ist? Oder die Gelegenheit beim Schopfe ergreifen, um Angelegenheiten zu klären?

Wenn man die Sterne fragt, lautet die Antwort: Klärung. Der Planet Pluto, der große Zerstörer, der im selben Jahr entdeckt wurde wie die Atombombe, rüttelt sowieso immer wieder an allem, was keinen Bestand mehr hat.

Synchronizität, die (scheinbare) Gleichzeitigkeit von Ereignissen, ist in der schamanischen Weltanschauung ein Zeichen dafür, dass etwas stimmt, stimmig ist. Auch Unstimmigkeiten können stimmig sein in dem Sinne, dass bislang nicht wahrgenommene Risse nun deutlich werden.

Mondgezeiten – Vollmond 12.11.19

Als ich gestern, am Dienstag 12.11.19, den vollen Mond am Himmel sah, wie er kurz hinter einer Wolkenwand hervorschaute, als ich emporblickte, musste ich an meine erste schamanische Lehrerin denken. Zsuzsanna Budapest lernte ich Anfang der 90er Jahre kennen. Sie ist in Ungarn in einer Familie geboren, in der die Tradition der Hexen und Weisen Frauen Jahrhunderte der Verfolgung überlebt hat. Nach dem Ungarnaufstand 1956 wanderte sie in die USA aus.

Durch Zsuzsanna habe ich die Magie der Mondin kennengelernt. Es begann damit, dass ich den Kreislauf des Mondes am Himmel beobachtete. Wenn er zu Vollmond groß wie eine riesige Orange am östlichen Horizont aufgeht. Und wenn die schmale Sichel des zunehmenden Mondes kurz nach Neumond abends plötzlich wieder im Westen zu sehen ist. Ah, da ist sie/er wieder, freue ich mich! Die Mondin, die die Wasser von Ebbe und Flut reguliert und mit der wir unweigerlich verbunden sind, da unser Körper zu einem Großteil aus Wasser besteht!

Und dann fing ich an, kleine Rituale übereinstimmend mit dem Rhythmus der Mondin durchzuführen. Rituale zum Loslassen bei abnehmendem Mond, Rituale, um etwas ins Leben zu rufen oder zu bestärken bei zunehmendem Mond.

Sich in den Kreislauf der Mondin einzuschwingen, lässt uns Teil eines Rhythmus werden, der anders ist als die Taktung nach Uhr und Terminkalender. Eines Rhythmus, der schwingt und der uns wieder verbinden kann mit der Natur, unserer eigenen und der Natur um uns herum.

 

Mein Traum von einem Netzwerk

Ich habe den Traum von einem Netzwerk in unserem Landkreis von allen, die sich ein anderes, solidarisches Leben wünschen. Ein Leben, in dem wir uns nicht selbst, gegenseitig und die Natur ausbeuten. Ein Leben voller Freundlichkeit im Umgang mit uns selbst, miteinander, mit den Tieren und Pflanzen, der Erde. Ein Leben, in dem wir darauf achten, dass das, was wir tun, Freude bringt, uns und anderen.

Ich stelle mir vor, dass dieses Netzwerk viele Menschen umfasst, die auf verschiedenste Art und Weise diese Vision leben. Dabei denke ich an: die Biobauern und Bäuerinnen, die Waldkindergärten, die Eine-Welt-Läden und Bioläden, Menschen, die alternative Heilweisen nutzen, Menschen, die altes, schamanisches Wissen aktivieren, um in Einklang mit der Erde und allen ihren Geschöpfen zu leben, Menschen, die in Verwaltungen, Firmen und Institutionen sowie politisch und ehrenamtlich für ein solidarisches Miteinander eintreten, Menschen, die meditieren, Jugendliche, die sich bei Fridays for Future engagieren, Menschen, die sich gegen Gewalt und Unterdrückung einsetzen, Gläubige, die für die Bewahrung der Schöpfung beten, alle, die sich bemühen, ihren Verbrauch an Wasser, Plastik etc. zu reduzieren …

Jemand, der in der Verwaltung versucht, Verbesserungen der Wasserqualität zu erreichen, wird sich nicht unbedingt in einem Boot sehen mit einer Heilpraktikerin oder jugendlichen Demonstranten. Doch es gibt ein Zauberwort, das uns miteinander verbinden kann: Bewusstsein. Durch das Bewusstsein, dass wir an einem Strang ziehen, so unterschiedlich wir und unsere Tätigkeiten sein mögen, kann Synergie entstehen. Und Synergie, das Zusammenwirken verschiedener Kräfte und Faktoren unterstützt und verstärkt die Wirkung jedes einzelnen, Synergie wirkt wie ein Beschleuniger in Richtung der Vision von einem solidarischen Leben.

“Tier-Kraft-Tier”: Ausstellung, Lesung und Klangreise 1.+2.12.18

Seit Anbeginn der Geschichte sind wir miteinander verbunden, Tiere und Menschen. Und das nicht nur auf der alltäglichen Ebene wie Märchen und Mythen zeigen. In Jeanine Heins Bildern begegnen uns Tiere, die wir alle kennen, eins davon ist der Fuchs oben im Logo. In schamanischen Reisen können diese überraschend auftauchen – als Krafttiere, die uns mit ihrer Kraft und Weisheit physisch und psychisch unterstützen.

Das Krafttier oder Totemtier ist ein Repräsentant seiner Gattung. Es verbindet uns mit ihren speziellen Eigenschaften, so wie man Strom erhält, wenn man etwas an die Steckdose anschließt. Keine Tierart wird als gering erachtet, auch die kleine Maus kann uns lehren. Mit ihren flinken Äuglein sieht sie winzige, scheinbar unbedeutende Dinge ganz genau und das kann notwendig sein, wenn ein Mensch vor allem in höheren Regionen schwebt.

Das Krafttier bildet ein Kraftfeld um uns und erhöht unsere physische Energie und mentale Wachheit. So  verleiht es uns Widerstand gegen Krankheiten jeglicher Art und beschützt uns vor Unfällen. Zeichen, dass der Kontakt zum Krafttier unterbrochen ist, können Depressionen, ständige Unfälle und chronische Krankheiten sein.

Ich werde an diesem Nachmittag von eigenen Erfahrungen mit Krafttieren erzählen und in der Lesung aus meinem Buch “Menschen im sibirischen Altai – auf den Spuren von Schamanen und Gelehrten” in eine Gesellschaft entführen, in der Schamanismus heute noch zum Alltag gehört.

Ort: Praxis Courage, Maschwiese 12, 31552 Rodenberg

Ausstellung 1.12.18, 11-18 Uhr, 2.12.18, 11-14 Uhr

Lesung: Samstag, 1.12.2018, 16 Uhr

Klangreise mit Trommel: 1.12.18, 15 Uhr, 2.12.18, 11.30 Uhr

P.S. Ihr findet die Praxis Courage von Ilka Franke mit ihren Angeboten auch im Internet!