Erfahrungen mit Grünlilien

Eine Zeitlang mochte ich keine Grünlilien, diese unverwüstlichen Zimmerpflanzen mit den lang herabhängenden Ablegern, Kindeln genannt. Vielleicht lag meine Abneigung daran, dass ich als Kind verpflichtet war, unsere Grünlilien regelmäßig zu gießen, wozu ich nicht unbedingt Lust hatte. Oder weil die harmlosen Pflanzen einige belastende Kindheitserfahrungen von mir mitbekommen haben, die ich eine Zeitlang erfolgreich verdrängt habe.

Wie dem auch sei, sowohl mit den damaligen Erlebnissen als auch mit Grünlilien habe ich inzwischen meinen Frieden geschlossen. Ja, die so unglaublich wuchsfreudigen, zähen Pflanzen weiß ich mittlerweile richtig zu schätzen. Sie stammen aus Südafrika, einem Kontinent, dem ich mich von Kind an verbunden fühle. Und sie verbessern das Raumklima, indem sie bis zu 95% der Schadstoffe von Formaldehyd und Kohlenmonoxid aufnehmen und verarbeiten.

Regelmäßig ziehe ich aus den zahlreichen Ablegern neue Pflanzen und verschenke sie. Neulich habe ich eine große Pflanze weggegeben und sie hinterher tatsächlich vermisst, wie ein gutes Buch oder eine Freundin, die plötzlich aus dem Leben verschwunden sind. Da habe ich mich doch ein wenig über mich selber wundern müssen…

 

Das Immunsystem stärken

Auf der Suche, nach einfachen Möglichkeiten, das Immunsystem zu stärken, fiel mir wieder einmal der Hinweis von Maria Treben auf Schwedenkräuter in die Hand. Maria Treben, eine vor über 30 Jahren verstorbene österreichische Kräuterheilkundige, hat mir mir ihren Ratschlägen schon häufiger geholfen.

Sie empfiehlt, in Grippezeiten täglich einen Teelöffel Schwedenbitter oder auch einen Esslöffel in etwas warmem Wasser zu sich zu nehmen. Die Schwedenkräuter sind in der Apotheke erhältlich, zum Selbstansetzen oder fertig in der Flasche.

Und ich stieß auf die Autorin Ojuna Altangerel-Wodnar, eine mongolische Schamanin und Ärztin, die unter anderem gute Erfahrungen damit hat, alles zu tun, was den Schleimhäuten gut tut, auf denen sich Viren vermehren.

Das sind einige Vorschläge, um kurzfristig mit den Herausforderungen unserer Zeit zu leben – wir müssen uns jedoch bewusst sein, dass letztlich eine radikale Umkehr unserer Lebens- und Wirtschaftweise notwendig ist, um sie zu bewältigen. Ein weiser Mensch sagte schon vor etlichen Jahren, dass Viren und Bakterien die Dämonen unserer Zeit sind. Sie tauchen auf, wenn ein Ungleichgewicht herrscht – und an uns ist es, wieder in Balance zu kommen, persönlich, gesellschaftlich, global.

 

Über Krafttiere

Liebe Blog-Leser/innen, ich möchte Sie/Euch heute ermuntern, in unsere Rubrik „Schaumburg kann Kunst“ zu schauen. Dort finden Sie seit kurzem Tierbilder von Regine Mädje aus Bückeburg – Krafttierbilder.

Was hat es damit auf sich? In allen alten Kulturen bestand eine tiefe Verbundenheit zwischen Menschen und Tieren, sogar in der christlichen Religion wird der Heilige Geist als Taube dargestellt. Tiere galten, wie die Erde selbst, als heilig. Bis heute wird in Märchen und Liedern die Erinnerung an eine enge, gleichberechtigte Beziehung zwischen Tieren und Menschen wachgehalten.

In der schamanischen Weltsicht hat jeder Mensch ein oder mehrere Krafttiere, Totemtiere, Verbündete, unsichtbare Wesen, die ihn mit der Kraft der jeweiligen Tiergattung verbinden. Sie sind zuständig für unsere körperliche und seelische Gesundheit, daher werden chronische Krankheiten, Depressionen, häufige Unfälle auf den Verlust der Verbindung zu diesen Wesen zurückgeführt.

Sich in das Bild eines Krafttiers zu versenken, ist eine Möglichkeit, den Kontakt zu ihm aufzunehmen. Vielleicht spricht Sie/Dich ja eines der Bilder besonders an…

 

Krafttierbilder von Regine Mädje

„Male Bilder auf Leder“, erzählt mir jemand. Im Traum. Vielleicht auch schon danach, dieser unwillkürliche Zustand kurz vorm Aufwachen. Denn plötzlich diskutieren wir gedanklich, wie man Lederbilder präsentieren kann.
Ich erwache und bin beglückt von der Idee.
Notiere sie und habe dann keine Zeit mehr dafür: Der graue Alltagstrott verschlingt alles, er ist ein hartherziger, mächtiger Gegner bei der Verwirklichung von Träumen. Einige Jahre lang.
Eines Tages passiert ein Unfall und fesselt mich ans Bett. Er ist nicht der erste und trägt Züge eines de-ja-vues. Neben der medizinischen Behandlung beginne ich meinen „inneren Keller“ aufzuräumen, in der Hoffnung, damit nachhaltigere Heilung zu erreichen.
Genau 4 Tage später wiederholt sich der Traum vom Malen auf Leder. Diesmal wirklich als Schlafgebilde, von dem eine sehr lebhafte Erinnerung bleibt. Die Hinweise auf indianische Denkweisen und Motive sind unübersehbar. Blumen, Krafttiere, Spiralen werden mir als Motive vorgeschlagen.
Ich mag Tiere und da der Unfall meinen Alltag sowieso komplett umgekrempelt hat, ist Zeit, die Idee umzusetzen: Sobald es mir besser geht, beginne ich: Bestelle Leder-Malfarben, die geeignet sind, dauerhaft ins Material einzudringen. Beschaffe Leder mit naturbelassener Oberfläche, sortiere meine Pinsel aus lange vergangenen Zeiten, denke über das erste Motiv nach, suche nach Vorlagen. Und endlich der erste Pinselstrich, möglichst unaufgeregt, denn noch sind da Zweifel, ob dieser Herausforderung nicht zu groß ist. Ob ich diesem Traum vertrauen kann.
Ein Bär möchte gemalt werden und das Resultat gefällt. Aber es soll ein Krafttierbild sein und braucht eine Weihezeremonie. Auf einer meditativen Reise erfahre ich die einzelnen Schritte zu diesem Ritus und finde einen Platz in der Natur, um alles durch zu führen.
Ganz zum Schluss erhält der Bär seinen Rahmen: Ein Metallring mit farblich passender Wicklung. Der Ring spannt das Naturmaterial und sorgt dafür, dass das gemalte Tier gut sichtbar ist.
Nach der Fertigstellung beginnt ein anderes Tier, mehrere Tage durch meine Gedanken zu schleichen. Erst etwas unsicher ahne ich bald, dass es auch gemalt werden möchte. Seit diesem Erlebnis frage ich jedes Tier, das in meinem Kopf anklopft, ob es als Krafttier gemalt werden möchte. Oft nickt es, und die Warteliste wächst. Meine anfängliche Unsicherheit ist längst der Freude über diese unverhoffte, wieder gewonnene Kreativität gewichen. Derzeit gibt es Malaufträge für viele Monate und das ist gut.
Nun bricht die Zeit an, in der die Bilder zu jenen Menschen gelangen können, die um ihr persönliches Krafttier wissen.

Regine Mädje wurde in Berlin geboren und wuchs in Lüneburg auf. Im Anschluss an die Schule folgte ein Studium in Berlin. Von 1991 bis 1995 arbeitete sie als Ingenieurin für Landschaftsplanung.
Seit 1996 wohnt sie in Bückeburg, ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Nach einer Zeit der Schriftstellerei im beginnenden Millennium verlagerte sich ihr Schwerpunkt. Die Liebe zur Natur erweiterte sich über die Grenzen des Naturwissenschaftlichen hinaus.

 

 

Mache dich auf und werde Licht

Am 21. Dezember, dem Tag der Wintersonnenwende, war ich gegen Mittag im Wald. Nach langen, grauen Tagen schien die Sonne durch die Baumwipfel, und der Himmel zeigte ein zartes Blau. Ich war wie trunken von dem Licht und blieb immer wieder stehen, um die klare Winterluft tief ein- und auszuatmen.

Mir kam der Gedanke, dass ich ja nicht nur Luft, sondern auch Licht einatme! Ich begann, das Licht in jede Körperzelle zu schicken, die Füße und Hände, die Organe, den Kopf – der ganze Körper füllte sich mit Licht. „Mache dich auf und werde Licht,“ das kleine Lied fiel mir ein. „Mache dich auf und werde Licht, denn dein Licht kommt!“

Die Zaubernuss beginnt zu blühen!

Heute morgen entdeckte ich eine winzig kleine gelbe Blütenspitze an der Zaubernuss (Hamamelis) in meinem Garten. Dieser unauffällige Busch ist einer der ersten, der uns schon im Winter mit seinen Blüten erfreut. Einige meinen, dass die Pflanze daher den Namen „Zaubernuss“ oder auch „Hexenhasel“ erhalten hat, andere behaupten, dass ihr die Bezeichnung verliehen wurde, weil Rutengänger/innen das Holz der japanischen Zaubernuss nutzen, um Wasser aufzuspüren. Auch zu Heilzwecken werden Zaubernussarten verwandt.

Die Zaubernuss ist jedoch nicht die einzige Pflanze, die in der kalten Jahreszeit blüht. Unter den Bäumen und Büschen am bekanntesten (und bei Allergikern eher unbeliebt) sind die blühenden Haselsträucher und Weiden. Und dann gibt es noch den gelb blühenden Winterjasmin in den Gärten, die unscheinbare Kornelkirsche, den rosa Duft-Schneeball und den seltenen Echten Seidelbast.

Vielleicht schaut ja auch bald das erste vorwitzige Schneeglöckchen aus der Erde!

 

 

Wintersonnenwendzeit

Gestern Abend kam ich zu Fuß im Dunkeln nach Hause, ein Weg von fast zwei Kilometern. Der Himmel war klar, über mir leuchtete das Sternbild des Großen Bären, der Polarstern und unzählige weitere Sterne, vielleicht auch ein paar Planeten. Und ich hatte das tiefe Gefühl, ja, es ist Advent, die Zeiten ändern sich, die Wintersonnenwende ist nah.

Schon in den hellen, sonnigen Tagen zuvor meinte ich, einen Stimmungswandel in der Atmosphäre zu bemerken. Das Licht hatte sich geändert, und alles schien lichter und leichter zu sein. Die düsteren Novembertage, die Zeit des Sternzeichens Skorpion, der in der Tiefe nach Erkenntnis sucht, gehen zu Ende. Und bald, zum Winteranfang, beginnt astrologisch gesehen die Zeit des Schützen, der aus der Tiefe in die Höhe, ins Licht, aus der Enge in die Weite strebt.

Der Großmütterkreis der Externsteine feiert regelmäßig die Jahreskreisfeste an den Externsteinen. Zur Wintersonnenwende haben sie sich dieses Jahr etwas Besonderes überlegt, um möglichst vielen zu ermöglichen, dabei zu sein – virtuell. Wer mitmachen möchte, findet unter www.grossmuetterkreis-der-externsteine.de eine Einladung zu der Zeremonie, die am Samstag, 18.12.21 ab 13 Uhr stattfindet.

 

 

Fredericks Farben, meine Farben

Neulich musste ich abends beim Einschlafen an das Bilderbuch von Frederick, dem Farbensammler, denken. Während alle anderen Mäuse den Sommer über eifrig damit beschäftigt sind, Körner und Nüsse für den Winter zu sammeln und zu horten, sammelt Frederick – Farben. Und verzaubert mit seinen Geschichten von den Farben des Sommers seine Mäusegeschwister in der Winterhöhle und hilft ihnen so, zu überleben.

Es waren die letzten, leuchtend gelben Blätter von Birken, die mir auf einem kurzen Spaziergang an einem der grauen Novembertage aufgefallen waren und die mich abends an Frederick erinnerten. Und heute ist es das Brausen des Sturms in den Bäumen und der Anblick der sich wiegenden, biegenden grünen Tannen, die ich vielleicht mit in den Schlaf nehme.

Bäume vermitteln den Eindruck, dass alles richtig ist, so wie es ist. Im Wald käme ich nicht auf die Idee, einen Baum deshalb zu kritisieren, weil er krumm gewachsen ist. So wie er ist, passt er in die Lebensgemeinschaft Wald. Wenn ich dagegen unter Menschen bin, überfallen mich schon hin und wieder kritische Gedanken. Warum schauen die Leute im Moment nur so griesgrämig drein unter ihren Masken (wobei ich da sicher keine Ausnahme bilde) etc. etc.

Wie gut, dass es die Bäume mit ihren wechselnden Farben gibt.

Schwanken zwischen Pessimismus und Optimismus

Von Natur aus bin ich ein optimistischer Mensch, doch kürzlich kam diese Haltung ins Schwanken. Aus gegebenem Anlass hielt ich Rückschau auf einige der sozialen und kulturellen Projekte, die im Landkreis Schaumburg durch die Frauenbewegung und andere Initiativen entstanden sind. Die Beratung von Frauen in Gewalt und Krisensituationen, das Kommunikations- und Kulturzentrum Alte Polizei, die Frauenbeauftragten – zunächst eher am Rande angesiedelt, sind es mittlerweile fest etablierte Institutionen in der Mitte der Gesellschaft mit einem sicher nicht immer ausreichenden, aber festen, vom Staat finanzierten Budget für Personal und andere Kosten, wobei ein (kleinerer) Teil der Ausgaben von Vereinen übernommen wird.

Die einzigen Initiativen und Vereine, die seit über dreißig Jahren nur mit Ehrenamtlichen und einer 450-Euro-Kraft arbeiten, sind meines Wissens die 1-Weltläden in Stadthagen und Rinteln. Entstanden sind sie aus den 70er und 80er-Jahre Bewegungen für eine gerechte Welt, für Fairen Handel zwischen Nord und Süd. Ein Thema, das heute aktueller ist denn je. Umso erstaunlicher finde ich es, dass es für diese Arbeit in Niedersachsen immer noch keine festen Stellen gibt. Der Verkauf in den Weltläden wird nach wie vor gerne von Ehrenamtlichen gemacht, aber es fehlen bezahlte Arbeitsplätze für die Organisation der Teams, Bestellungen, Buchführung sowie für Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung.

Während Nordrhein-Westfalen Personalkosten für bestimmte Tätigkeitsbereiche bereitstellt, ist das in Niedersachsen noch ein Wunschtraum. Es dauerte Jahre, bevor sich einige Kirchengemeinden entschieden, fair gehandelten Kaffee auszuschenken. Städte und Gemeinden im Landkreis sind noch weit von einem derartigen, geradezu revolutionär anmutenden Schritt entfernt. Wahrscheinlich verhilft da nur ein Spruch zu verhaltenem Optimismus, den ich einmal im Weltladen aufgeschnappt habe: „Kaum wartet man zwanzig Jahre, schon tut sich was“. Ich frage mich nur, wann die zwanzig Jahre um sind…

 

Gedanken zur Situation an der polnischen Grenze

Menschen ertrinken im Mittelmeer, erfrieren in den Wäldern an der polnischen Grenze. Und wir sitzen mitten in Europa im gemachten Nest. Eine unerträgliche Situation, aber was tun? Petitionen im Internet unterschreiben, Spenden für die Seebrücke, kann das alles sein? Ich schreibe aus einem Gefühl der Hilflosigkeit heraus.

In einer schamanischen Reise sagte ein Geistlehrer, dass Europa, weltweit und von einer höheren Warte aus gesehen, ein Ort des Herzens und der Liebe ist. Unsere Demokratie ist aus den Erfahrungen von Kriegen und Leid entstanden, sie ermöglicht uns Menschlichkeit zu leben, und sie muss geschützt werden. Doch die Abwehr von Menschen ist kein Schutz.

Meine Vermutung ist, dass durch die Möglichkeit eines fließenden Kommens und Gehens zwischen Ländern und Völkern eine Balance entstehen kann. Schon jetzt zieht es ja viele jüngere und auch ältere Menschen aus Deutschland in ferne Länder. Jüngere aus Abenteuerlust oder aus beruflichen oder privaten Gründen, ältere genießen gern im Winter das milde Klima in südlichen Gegenden. Und Menschen aus anderen Ländern zieht es aus den unterschiedlichsten Gründen zu uns.

Es ist die Angst, die dem Hin- und Herfließen von Menschen im Wege steht. Die uns hindert, auszuprobieren, was geschieht, wenn wir uns nicht gegen Entwicklungen stemmen, die sowieso nicht aufzuhalten sind, sondern uns dem Strom des Lebens – und der Menschen – mutig öffnen. Schützen müssen wir uns und die Demokratie vor Diktatoren, vor Machthabern auf politischer und wirtschaftlicher Ebene, nicht vor Menschen.