Orte, die man in der Osterzeit aufsuchen sollte

Diese Orte möchte ich euch in der Frühlings- und Osterzeit besonders ans Herz legen: Quellen und den Hohenstein.

Früher war es Brauch, dass Frauen am Ostermorgen noch vor Sonnenaufgang schweigend eine Quelle aufsuchten, um Quellwasser zu schöpfen. Meine alte Nachbarin, Oma Beissner, erzählte mir vor langer Zeit, dass sie in jungen Jahren auch an Ostern zur Quelle der Beeke im Sülbecker Pastorenwäldchen gegangen ist, um Wasser zu holen. Das Osterwasser hielt sich ein ganzes Jahr lang frisch. Es wird erzählt, dass Waschungen mit Osterwasser gesund und schön machen.

Ein weiterer Frühlingsort ist der Hohenstein. Dort gibt es Felder von weißem und violettem Lärchensporn, gelbe und weiße Buschwindröschen, den seltenen Seidelbast, blaue Leberblümchen, Schlüsselblumen und Bärlauch mit seinem angenehm beißenden Geruch, Frühblüher, die anderswo selten zu finden sind.

Doch neben diesen sichtbaren Frühlingszeichen hat der Hohenstein auch eine energetische Qualität, die uns Menschen dabei unterstützt, neue Wege einzuschlagen. Ich selber habe an einem Ostertag auf dem Hohenstein den Impuls bekommen, endlich meine Erlebnisse an Quellen aufzuschreiben und so anderen Menschen zugänglich zu machen. Eine Bekannte bekam in einer schamanischen Reise den Hinweis, auf den Hohenstein zu gehen, um eine Blockade zu lösen, die sie daran hinderte, sich mit ihren Fähigkeiten in der Welt zu zeigen.

So wie jede Tageszeit und jede Jahreszeit ihre besonderen Eigenschaften hat, haben auch Orte ihre speziellen Qualitäten. Naturvölkern mit ihrem schamanischen Wissen ist dies schon lange bekannt. Bei uns wurde die Aufmerksamkeit vor allem durch das chinesische Feng Shui und die europäische Geomantie auf die Bedeutung der energetischen Qualität von Orten gelenkt.

Das erste Mal

Gestern habe ich das erste Mal in diesem Jahr zehn Minuten auf einer Bank in der Sonne gesessen und Kaffee getrunken. Heute bin ich das erste Mal wieder mit dem Fahrrad auf dem Markt gewesen… Ich könnte die Reihe fortsetzen: die ersten gelbblühenden Winterlinge, dann die ersten Schneeglöckchen…

Das erste Mal zaubert ein Lächeln aufs Gesicht. Der Dichter Hermann Hesse hat diese Faszination wunderbar in Worte gekleidet: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben“, heißt es in seinem Gedicht „Stufen“.

Der Zauber des ersten Mals schützt uns vor dem Abstumpfen, vor Routine und Gleichgültigkeit. Er hilft uns, lebendig zu bleiben, wach zu sein, zu spüren und zu fühlen.

Eigentlich sollten wir uns diesen Zauber viel öfter gönnen, nicht nur im Frühling… Was ist mit dem Job, der schon lange anödet? Dem lange geplanten Umzug, Veränderungen in Beziehungen? Der Frühling ist eine gute Zeit, um das „erste Mal“ etwas Neues zu wagen. Die Energie in der Natur, die darauf drängt, Neues in die Welt zu bringen, unterstützt uns dabei.