Übergänge


Kleine, größere und große Übergänge gibt es, jeder Morgen, jeder Abend ist eine Brücke zwischen Welten, eine Zeit, sich neu zu besinnen und neu anzufangen. Und in ein paar Tagen steht ein größerer Übergang bevor. Silvester, Neujahr.

In unserer Gesellschaft gibt es nicht viele Übergangsriten, die von einer großen Mehrheit akzeptiert und gemeinsam gefeiert werden. Eins dieser Rituale ist das Feuerwerk und die Knallerei am 31. Dezember. Es gibt natürlich Gründe, den Lärm und die enormen Geldausgaben für dieses alljährliche Ereignis abzulehnen. Aber…

Aber dennoch: ein tieferer Hintergrund für diesen Brauch ist es, böse Geister zu vertreiben und Licht und Freude ins Leben zu rufen. Und, so begangen, können sich positive Auswirkungen aufs alltägliche Leben bemerkbar machen. Als unsere Kinder klein waren, zogen wir Silvester rasselnd und trommelnd mit lautem Krach ums Haus, um unwillkommene Besucher und Gespenster zu verjagen. Torsten hatte eine Knallerburg gebaut, die zischend und leuchtend in die Luft ging. Ein Knaller landete leider auf meinem neuen Mantel, doch kleine Opfer müssen manchmal sein…

Einige Zeit später hatte Torsten aus irgendeinem Grund abends Angst. Seine Kuscheltiere und selbstgebastelte Schilde waren rund ums Bett aufgebaut, trotzdem beunruhigte ihn irgendetwas. Da erinnerte er sich plötzlich an Silvester, unseren lautstarken Gang ums Haus, die Knaller. „Ach, wir haben ja Silvester die bösen Geister alle verjagt,“ fiel ihm plötzlich ein. Und er schlief beruhigt ein.

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