Die Kogis – Hüterinnen der Erde II

Teilnehmerin der Begegnungsreise der Kogis in Deutschland war auch Frau Saga Narcisa Pinto-Zarabata, die berichtete, wie die Frauen ihres Stammes die Erde hüten. „Wir sind als Frauen die Mutter Erde,“ sagte sie, „wir sind für den Fortgang des Lebens verantwortlich wie die Erde auch. Die Aufgabe der Frauen ist das Hüten, der Bäume, des Wassers, der Kinder.“

Dieses Wissen wird mit dem Knüpfen von Taschen an die Töchter weitergegeben, eine ganze Philosophie ist verbunden mit dem Vorgang der Herstellung der Taschen. Auch die Sprecherin war während des Treffens damit beschäftigt, eine Tasche zu knüpfen. „Wir unterrichten die Kinder bereits im Mutterleib,“ fuhr sie fort. So werden Samen gesetzt für gute Worte, gute Blicke.

Besonders betonte sie die Bedeutung des Wassers, der Seen und Flüsse. „Wir Frauen repräsentieren auch die Seen und Flüsse,“ sagte sie. „Das Wasser ist so wichtig, die Seen und Flüsse sind heilig, so heilig wie die Frauen.“ Sie fügte hinzu, dass „unsere jüngeren Brüder und Schwestern“ – damit sind Vertreter der westlichen Kultur gemeint – Staudämme bauen wollen…

Im Verlauf des weiteren Gesprächs wurde die Frage gestellt, wie Spiritualität bei jungen Menschen Fuß fassen kann. Ein Vertreter der Kogi antwortete, dass bei ihrem Volk die Tradition in der Gemeinschaft gelebt wird und schon die kleinsten Kinder mit der spirituellen Tradition durch Worte und Rituale vertraut werden. Die spirituelle Sicht auf die Welt wird so für sie zu einer Selbstverständlichkeit. Bleibt die Frage offen, was für Wege es in unserer Gesellschaft gibt, bei jungen Menschen Verständnis für Spiritualität zu wecken.

Wintersonnenwende im Lockdown

Der dunkelste Tag, die längste Nacht nähern sich. Doch ab Montag, 21.12.20, dem Tag der Wintersonnenwende, wird es wieder langsam heller. Viele Menschen in allen Ländern und Kulturen feiern zu diesem Zeitpunkt die Geburt des Lichts, nicht nur am 21. sondern auch schon am Wochenende vorher.

Räuchert mit Salbei, Süßgras und Weihrauch! Erinnert ihr euch an die Räuchermännchen, die früher zu Weihnachten aufgestellt wurden? Stellt Kerzen auf! Dankt für das vergangene Jahr, gute und schwierige Erlebnisse und Erfahrungen. Singt, tanzt, klatscht (Klatschen ist eine Form, sich zu bedanken und etwas zu beenden, zu verabschieden!), allein oder mit wem immer ihr euch treffen könnt.

In einer schamanischen Reise zum neuen Lockdown gab es eine, wie ich finde, ermutigende Auskunft der Spirits: dieser neue Lockdown mit der Schließung der Geschäfte hilft uns Menschen, ja, zwingt uns geradezu, das Materielle, das zu Weihnachten so einen breiten Raum einnimmt, in den Hintergrund treten zu lassen. Und was wachsen kann in der Leere, die entsteht, ist die Suche und die Sehnsucht nach etwas Anderem, nach etwas, das über materielle Geschenke und Werte hinausgeht. Spirituelle Anbindung, Spiritualität.