Wintersonnenwende im Lockdown

Der dunkelste Tag, die längste Nacht nähern sich. Doch ab Montag, 21.12.20, dem Tag der Wintersonnenwende, wird es wieder langsam heller. Viele Menschen in allen Ländern und Kulturen feiern zu diesem Zeitpunkt die Geburt des Lichts, nicht nur am 21. sondern auch schon am Wochenende vorher.

Räuchert mit Salbei, Süßgras und Weihrauch! Erinnert ihr euch an die Räuchermännchen, die früher zu Weihnachten aufgestellt wurden? Stellt Kerzen auf! Dankt für das vergangene Jahr, gute und schwierige Erlebnisse und Erfahrungen. Singt, tanzt, klatscht (Klatschen ist eine Form, sich zu bedanken und etwas zu beenden, zu verabschieden!), allein oder mit wem immer ihr euch treffen könnt.

In einer schamanischen Reise zum neuen Lockdown gab es eine, wie ich finde, ermutigende Auskunft der Spirits: dieser neue Lockdown mit der Schließung der Geschäfte hilft uns Menschen, ja, zwingt uns geradezu, das Materielle, das zu Weihnachten so einen breiten Raum einnimmt, in den Hintergrund treten zu lassen. Und was wachsen kann in der Leere, die entsteht, ist die Suche und die Sehnsucht nach etwas Anderem, nach etwas, das über materielle Geschenke und Werte hinausgeht. Spirituelle Anbindung, Spiritualität.

Angst, Wut und Traurigkeit in der Krise

Ich spüre eher Wut als Angst in dieser Krise. Kinder dürfen nicht mehr auf Spielplätze gehen – bei uns auf dem Land, wo Garten und Wald vor der Tür liegen, ist das kein Problem. Aber was ist mit den Familien in den Großstädten? Mit quengeligen Säuglingen oder quirligen Kleinkindern in der Wohnung eingesperrt zu sein, ist ein Horror.

Auf einer schamanischen Reise war die Aussage eines Geistlehrers dazu, dass Kinder durch eine derartige Situation lernten, Sehnsucht zu entwickeln. Sehnsucht nach der Natur. Und Sehnsucht sei die wichtigste Voraussetzung für Veränderung.

Ich war nicht wirklich beruhigt durch diese Worte. Geh von der Wut weg in die Liebe, kam die Antwort. Auch zu den Regierenden, die derartige Maßnahmen treffen. Sie haben es nicht leicht in dieser Zeit.

Eine tiefe Traurigkeit überwältigte mich. Das erste Mal in einer schamanischen Reise, dass ich keine neutrale Haltung einnahm, sondern mich Gefühle übermannten. Und auch das erste Mal, dass der Geistlehrer sein unpersönliches Verhalten aufgab und mich tröstete.