Lichtsäulen

Im Mai hatte ich die Gelegenheit, die bekanntesten Kirchen in Paris zu besuchen. Die mächtige, alte Kathedrale Notre Dame auf einer Insel in der Seine ist Maria geweiht. Die junge, helle Kirche Sacre Coeur thront auf einem Hügel mit weitem Blick über Paris und ist dem Herzen Jesu gewidmet. Wie viele christliche Kirchen wurde sie direkt neben einem alten Kultplatz gebaut, auf dem einst ein römischer Tempel stand. Der Besuch dieser Kirche mit einer sehr lichten Energie bewegte mich stark und die Auskunft, dass dort seit 100 Jahren ununterbrochen gebetet wird, ging mir nicht aus dem Sinn. Ich fragte mich, welche Bedeutung Kirchen, das Gebet und die Meditation für eine Kultur haben. Tragen sie dazu bei, eine Gesellschaft am Leben zu halten? Oder sind sie sogar die Quelle für die Existenz einer Gesellschaftsform?
Ich bat eine Freundin, für mich eine schamanische Reise zu diesen Fragen zu machen. Wenn man selber dicht dran an einem Thema ist, kann es sinnvoll sein, dass jemand anders diese Aufgabe übernimmt. Auf der schamanischen Reise wurden Lichtsäulen über den Altären sichtbar, die eine Verbindung nach oben, zum Himmel, zum Göttlichen, schaffen. Das ist überall auf der Welt so, war die Auskunft, in Tempeln, Moscheen, Kirchen, allen Heiligtümern, gleich welche Religion ausgeübt wird. Durch das Gebet, das von Herzen kommt, werden die Lichtsäulen gespeist. Schaman/innen sind in der Lage, diese Verbindung in andere Dimensionen unabhängig von Kirchen herzustellen, aber für die meisten Menschen sind die Lichtsäulen über den Altären der Weg, Kontakt zum Höchsten aufzunehmen. Daher sind Kirchen, Tempel, Moscheen, alle Heiligtümer auch so wichtig, die Lichtsäulen verbinden uns wieder mit unserem eigenen inneren Licht.

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