Über die ausbalancierende Wirkung von Wasser

Gerne hole ich meine Berliner Enkelkinder von der Kita ab, wenn ich zu Besuch bin. Der Weg führt an einem See entlang, ist gesäumt von Bäumen und hohen Wohnhäusern, es wird gebaut, Radfahrer rasen vorbei, es ist keine reine Idylle. Und trotzdem wohltuend – das Licht, das sich im Wasser spiegelt, der leichte Wind, die Boote und Wasservögel. Ich habe den Eindruck, dass der See, das Wasser, ausgleichend wirkt.

So ist es auch, wenn man sich nach einem anstrengenden Tag unter die Dusche stellt, das Wasser den Körper hinab rieseln lässt und damit alles an unausgegorenen, störenden Überresten des Tages abstreift, um ruhig in die Nacht gehen zu können. Oder wenn man am Morgen mit der Dusche nächtliche Gespenster fahren lässt. Das Wasser hilft uns, in einen ausgeglichenen Zustand zu gelangen.

Nicht nur, wenn wir Wasser sehen und auf der Haut spüren, auch wenn wir es trinken, kann es uns dabei unterstützen, in Balance zu kommen. Forscher wie der Japaner Masuru Emoto haben Experimente mit Trinkwasser gemacht: unter einige Gläser wurden Begriffe wie Krieg und Hass gelegt, unter andere Wörter wie Liebe und Licht. Die Wassermoleküle unter den positiven Wörtern sahen harmonisch aus, völlig anders als diejenigen, die negative Zustände beschrieben.

Wenn ich morgens den Wasserhahn aufdrehe und mein Teewasser in den Kessel laufen lasse, gehen mir Begriffe durch den Kopf, die ich aus dem Altai mitgebracht habe: Wahrheit, Schönheit, Gesundheit, Glück, Licht. Damit „füttere“ ich das Wasser, und der morgendliche Tee „füttert“ mich dann wiederum mit diesen guten Gedanken.

 

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