Ein Huhn als Krafttier?!

Das Präriehuhn aus Nordamerika ist für indigene Amerikaner ein Krafttier. Es gibt einen Tanz in Form einer Spirale, der nach diesem Vogel benannt ist und ihn ehrt. Wenn sich das Präriehuhn als dein Krafttier zeigt, ist es an der Zeit, zu beobachten, wie du dich in der Welt bewegst, körperlich und geistig. Welche Energie verbreitest du, Chaos oder Harmonie?

Hier eine kleine Geschichte über ein Huhn namens Liberty:

In meiner Nachbarschaft lebt ein Huhn, das den Spruch „dummes Huhn“ Lügen straft. Im Gegensatz zu ihren Artgenossinnen, die friedlich im Gehege nach Futter scharren, auch wenn dort nichts mehr als braune Erde zu sehen ist, weiß sie, wo Grünzeug wächst. Nämlich nebenan auf dem Wiesenweg oder in nachbarschaftlichen Gärten. Und sie lässt sich durch keinen Zaun davon abhalten, irgendwie findet sie immer einen Durchschlupf oder fliegt notfalls auch über meterhohe Abgrenzungen. Ringsum ist sie unter dem Namen „Liberty“ bekannt.

Allerdings scheint die Henne zu wissen, dass ihr Treiben nicht überall gern gesehen wird. Als ich – in einiger Entfernung – bemerkte, dass sie in meinem Garten auf der Kräuterspirale herum pickte, fühlte sie sich offensichtlich beobachtet und verschwand schnell zwischen ein paar stehen gelassenen hohen Gräsern, um nicht entdeckt zu werden.

Was wir unseren Kindern und Enkelkindern im Rahmen der vorschulischen Erziehung mühsam beibringen müssen, nämlich vor dem Überqueren einer Straße zuerst nach Autos Ausschau zu halten, beherrscht dieses Tier ganz selbstverständlich. Kürzlich kam ich mit dem Auto angefahren und sah die Henne mit dem schwarz-weißen Federkleid am Straßenrand stehen. Ich fuhr langsamer, sie schien zu lauschen und trat dann einen Schritt zurück. Ich fuhr vorbei. Im Rückspiegel beobachtete ich, wie sie auf die andere Straßenseite wechselte. Aber nicht allein! Hinter ihr folgte schnellen Schrittes eine ihrer Hühnerschwestern.

Jetzt, im Frühling, wird wieder Salat und Gemüse in den Gärten ausgesät, und Liberty wurde ins Exil auf einen Bauernhof geschickt.

 

Über die Fledermaus, Überträger des Corona-Virus

Fledermäuse sollen Überträger des Coronavirus sein. Interessanterweise gilt die Fledermaus in indianischen Legenden als ein Krafttier, das Tod und Wiedergeburt symbolisiert.

Fledermäuse leben in Höhlen, tagsüber schlafen sie dort im Dunkeln, nachts sind sie draußen unterwegs. Diese Tiere kennen die Dunkelheit, die Schatten – und sie weisen uns Menschen darauf hin, uns mit unseren Schattenseiten auseinanderzusetzen. Das betrifft sowohl individuelle als auch kollektive Muster: Umweltzerstörung, Gleichgültigkeit gegenüber dem Elend der Tiere und anderer Wesen und vieles mehr.

Wenn die Fledermaus auf sich aufmerksam macht, heißt das, dass alte Verhaltensmuster sterben müssen. Im indianischen Kosmos wird sie mit dem rituellen Tod in Verbindung gebracht, einem äußerst schwierigen Initiationsritus, bei dem der zukünftige Schamane, die zukünftige Schamanin sich von alten Gewohnheiten und der alten Persönlichkeit trennt. Der/die Initiandin setzt sich der Einsamkeit und Dunkelheit aus, um nach bestandenen Prüfungen als Heiler/in wiedergeboren zu werden.

Lasst uns die Corona-Zeit mit all ihren Einschränkungen des sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens zu einer Zeit der kollektiven Initiation in ein anderes Leben, ein gutes Leben für alle Wesen auf diesem Planeten, verwandeln.

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