Ein absurder philosophischer Traum

Das graue, neblige Novemberwetter lädt zum Schlafen und Träumen ein. Kürzlich hatte ich einen sehr ungewöhnlichen Traum. Ich träumte, dass ich mit einer Straßenbahn fuhr, die aussah wie ein hochmoderner ICE. In diesem supermodernen Zug saß ein rundlicher, gemütlicher Schaffner am Eingang, bei dem man bezahlen musste. Ich hatte nur noch einen Euro und ein paar Cent und fürchtete, dass das Geld nicht ausreichen würde.

„Das ist kein Problem,“ meinte der Schaffner. „Nach Ihnen kommt jemand, der 10000 Euro bezahlen kann.“

„Wie das?“ stammelte ich verwundert.

„Hier bezahlen alle, soviel sie können,“ antwortete der Schaffner.

„Und woher wissen Sie das?“ fragte ich ihn.

„Ich sehe das“, sagte er. „Das war eine Einstellungsvoraussetzung.“

Erstaunlich, eine notwendige Fähigkeit für seinen Job war, zu „sehen“, wieviel jeder zahlen kann! Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Hinter mir staute sich bereits eine lange Schlange.

„Das dauert doch viel zu lange,“ gab ich zu bedenken. „Sehen Sie sich mal die Schlange hinter mir an.“

„Das macht nichts,“ war seine Antwort. „Je langsamer wir machen, desto schneller kommen wir an.“

„Wir fahren ja nicht in die Zukunft,“ brummte er noch. „Wir fahren…“ Aber den Rest verstand ich nicht mehr, ich wachte auf.

Schreibe einen Kommentar