Draußen schlafen

An heißen Tagen habe ich ab und zu unter freiem Himmel geschlafen. Erdhuckel und kleine Aststückchen schienen sich am Anfang trotz der Isomatte in meinen Leib zu bohren. Aber bald schon entspannte sich mein Rücken und schmiegte sich an den Boden. Der Wind strich leise rauschend durch die Zweige der Birken und Haselnussbüsche, bewegte die warme Luft und brachte einen Hauch von Kühle.

Die Erde unter mir und die Natur um mich herum fühlte sich wach und lebendig an. So, als ob die Erde, die Gräser und Sträucher mich und alles wahrnehmen könnten. Tiere waren nicht zu hören, sehen oder spüren – auf kleine Krabbler habe ich gerne verzichtet. Doch es hätte mich nicht gewundert, wenn plötzlich ein Zwerg am Rand des Schlafsacks gestanden hätte.

Plötzlich fühlte auch ich mich wach und Energie geladen, obwohl mich die Hitze kurz zuvor noch niedergedrückt hatte. Ein erster Stern blinkte am Nachthimmel auf, die Dunkelheit senkte sich langsam herab, und da erkannte ich das Sternbild des Großen Bären über mir. Irgendwann müssen mir in meinem behaglichen Nest die Augen zugefallen sein, denn ich wachte auf, als es anfing, zu dämmern. Da war plötzlich die Musik wieder da. Eine schlichte Melodie in meinem Kopf, die ich lange nicht vernommen hatte.

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