Der Hambacher Forst, die Demonstranten und ich

Sie werden nie verstehen, wie es ist, in einem Baumhaus zu sitzen und zu fühlen, dass man auf einem lebenden Wesen wohnt…Was ich hier gelernt habe, hätte ich draußen in der Gesellschaft nie gelernt…“ Diese Worte einer jungen Frau bei ihrer Festnahme haben mich tief bewegt. Sie ist eine der Aktivist/innen, die wochenlang zum Schutz des Waldes in einem Baumhaus ausgeharrt haben, bis die Häuser von der Polizei geräumt wurden.

Wie sich diese jungen Leute für den Erhalt der Natur einsetzen, ging es mir durch den Kopf, bei Wind und Wetter Tage und Wochen auf einem Baum zu verbringen. Und was mache ich? Sitze auf dem Sofa, lebe mein alltägliches Leben. Ich war fest entschlossen, zu der Demonstration am letzten Samstag, 6.10.18, in den Hambacher Forst zu fahren. Doch eine innere Stimme hielt mich zurück. Bleib hier, sagte sie immer wieder, du hast die Rolle der Erdmutter. Von Pilgerwanderungen kenne ich den Begriff der Erdmutter, die zu Hause bleibt und die Energie hält, während andere unterwegs sind. So blieb ich nach einigem Hin und Her zu Hause, in Gedanken mit dem Hambacher Forst und den Menschen dort verbunden. Das Geld für die Fahrt spendete ich zur Unterstützung der Bewegung.

Und wie freute ich mich, als ich hörte, dass die Rodung des Waldes (vorläufig) durch ein Gericht gestoppt wurde und die Demonstration zu einem großen Fest werden konnte. Unverständlich dagegen, wie das Ereignis in der Presse behandelt wurde: eine kleine Notiz am Montag auf Seite 4 der Schaumburger Nachrichten. Was im Hambacher Forst zum Schutz unserer Umwelt erreicht wurde, hat mehr Aufmerksamkeit verdient.

P.S. Die großen Energiekonzerne wie RWE und EON trifft es, wenn wir jetzt den Stromversorger wechseln! Strom aus erneuerbaren Energien wie von Naturstrom, Lichtblick und anderen muss nicht teurer sein als von den herkömmlichen Konzernen.

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