Will ich das? Oder das? Oder etwas ganz Anderes?

„Was willst du eigentlich? Du musst doch wissen, was du willst!“ Kennt ihr auch solche Sprüche? Ich kenne sie aus meiner Kindheit und Jugend (andererseits hieß es da manchmal auch: „Kinder mit Willen, kriegen was hinter die Brillen“) und habe Ähnliches wahrscheinlich auch zu meinen eigenen Kindern gesagt.

Dabei ist die Entwicklung des Willens eine komplexe Angelegenheit. Eine Bekannte in einer Übergangsphase weiß nicht, wo sie leben möchte – hier, wo sie gut geerdet ist oder lieber bei ihrem Freund oder gar im Ausland? Manchmal gibt das Herz keine klare Antwort. Dann ist es vielleicht dran, eine klare Zielsetzung zu entwickeln.

Eine meiner schamanischen Lehrerinnen, Zsuzsanna Budapest, sagt, dass ein Ziel zu finden eine Fähigkeit ist, die man sich erarbeiten muss. Sie empfiehlt, über ein Ziel zu meditieren. Und zwar mit einer blauen Kerze, da die Farbe Blau entspannt, was wiederum die Konzentration erleichtert.

Sie rät, den eigenen Namen auf die Kerze zu schreiben und an drei aufeinander folgenden Abenden über das Ziel zu meditieren. Wenn es um grundlegende Fragen wie das Lebensziel geht, kann es auch durchaus länger dauern, möchte ich hinzufügen.

Vielleicht entwickeln sich Vorstellungen, entstehen Bilder, ein Gefühl taucht auf. Wenn das Ziel sich herauskristallisiert, wird der Wille diesem folgen.

Alternative Projekte 5: nebenan.de

Durch meine Kinder bin ich auf nebenan.de aufmerksam geworden. Sie sind gerade umgezogen und haben durch nebenan.de sofort Kontakte und Unterstützung in der neuen Nachbarschaft gefunden.

Nebenan.de funktioniert so: man meldet sich mit richtigem Namen und Adresse an, beides wird verifiziert. Die Daten sind nur für andere angemeldete Teilnehmer*innen in der Nachbarschaft sichtbar, nicht für Suchmaschinen oder sonstige Datenfresser. Bei der Registrierung gibt man Interessen, Angebote und Gesuche an. Und nach der Verifizierung kann es losgehen mit dem Austausch.

Nebenan.de wurde 2015 von einem Gründer*innenteam in Berlin aufgebaut und wird inzwischen von über 1,5 Millionen Menschen genutzt. Finanziert wird es durch lokale Werbung, freiwillige Beiträge und Gebühren für Organisationsprofile (auch gemeinnützige Organisationen zum Beispiel können mitmachen). Ich finde, das ist eine supergute Idee und habe mich gerade angemeldet!

Auch Frauen dürfen Fehler machen!

Die Demontage der grünen Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock durch die Medien ging mir auf die Nerven, ich fühlte mich persönlich, als Frau, davon betroffen. Ja, auch Frauen dürfen Fehler machen!! Weder unser Aussehen noch jede unserer Äußerungen und Handlungen muss perfekt sein.

Natürlich, zu Fehlern sollte frau stehen, das können wir besser als viele Männer. Wichtig ist dabei nur, die ewigen Schuld- und Schamgefühle loszulassen, die Frauen umkreisen wie die Motten das Licht. Und Annalena Baerbock hat gezeigt, dass das möglich ist.

In einer schamanischen Reise wies ein Lehrer aus der geistigen Welt darauf hin, dass es schon viele junge Regentinnen im Laufe der Geschichte gegeben hat, die Gutes für ihr Volk und Land getan haben. Auf der energetischen Ebene, in der Reise, fragte er Annalena Baerbock, ob sie zum Wohle aller Wesen, der Menschen und der Natur, arbeiten wolle. Als sie bejahte, unterstützte er sie auf seine Weise und wünschte ihr Glück.

Auch bei uns im Landkreis gab es vor 200 Jahren eine junge Regentin, Fürstin Juliane, die frischen Wind in die damalige Grafschaft Schaumburg-Lippe gebracht hat. Sie ließ die Wälder aufforsten, gewährte jüdischen Menschen das Wohnrecht, was damals neu war, und sorgte für die gesundheitliche und geistige Verbesserung der Situation der Landesbewohner*innen. Weiter so in den Fußstapfen dieser Frauen!

KlimaGespräche

Marianne Jaccard, Klima-Moderatorin aus der Schweiz, begleitet Gruppen auf dem Weg zu einem Leben mit einem geringeren CO2-Fußabdruck. Sie weiß, dass Veränderung meist Verzicht bedeutet, und das ist für viele Menschen eine riesige Herausforderung.

Ein Schock zu Beginn der Treffen ist es häufig für die Teilnehmer/innen, zu erfahren, wie hoch der pro Kopf Verbrauch von CO2 im eigenen Land ist. In Deutschland waren es 2019 7,9 Tonnen – als nachhaltig gelten 2-3 Tonnen pro Person.

Jaccard geht wie Rosemary Randall, Psychologin und Gründerin der Carbon Conversations, der KlimaGespräche, davon aus, dass die psychologische Barriere, die uns daran hindert, vom Wissen ins Handeln zu kommen, mit therapeutischer Unterstützung überwunden werden kann. Welche Gefühle löst Verzicht bei mir aus, ist eine grundlegende Frage in den Gruppen. Massive Ängste, Wut und Trauer können zum Vorschein kommen, daher ist der geschützte Rahmen einer Gruppe hilfreich.

Leonie Bremer, eine der Sprecherinnen von Fridays For Future sagt, dass es krasse Veränderungen braucht, um das 1,5-Grad-Klimaziel zu erreichen., und das nicht nur im Individualkonsum.

Die Herausforderungen, die wir in der Corona-Krise erleben, können ein Übungsfeld für weitere Umbrüche sein.

Und womit experimentierst du?

Mein Experiment des Jahres ist ein Kartoffelbeet von etwa einem Quadratmeter. Mein Garten ist nicht groß und recht schattig, so dass ich nur fünf Kartoffeln pflanzen konnte, in gute Erde vom Komposthaufen und von den Maulwürfen, die mir beim Umgraben im Garten helfen.

In unserer Familien-App habe ich eine Umfrage gestartet: Was meint ihr, wie viele Kartoffeln im Herbst geerntet werden können? Die Schätzungen liegen zwischen 17 und 30 Kartoffeln, Oma Ingrid machte die höchste Prognose: 5 Kilo.

Für mich sind Ackerbau und Viehzucht unbekanntes Terrain. Aber ich habe das dringende Bedürfnis, mich auf neues Gebiet vorzuwagen. Nicht, dass ich demnächst Bäuerin werde, ich mache nur ein paar kleine Schritte in eine andere Richtung und schaue, wie es sich anfühlt und was daraus wird.

Ich denke, das ist es, was wir alle in den kommenden Jahren ausprobieren müssen. Wir werden nicht alle auf einmal zu konsequenten Vegetariern oder Radfahrerinnen werden. Doch wir können alle in den unterschiedlichsten Bereichen experimentieren, individuell oder in Gemeinschaften, kleine oder größere oder riesige Schritte gehen hin zu einer Gesellschaft, die auf solidarischen und ökologischen Füßen steht.

Alternative Projekte 4: Sandra Walschek, die Töpferin aus dem Auetal

Die zierliche Frau, mit der ich in der Sonne neben ihrem Hof im Auetal sitze, hat viel ausprobiert in ihrem Leben. Zuletzt war sie zehn Jahre als Journalistin tätig. „Und dann war es für mich an der Zeit, vom Kopf in die Hände zu kommen,“ erzählt sie.

Seitdem arbeitet Sandra Walschek mit Ton und stellt Schalen, Teller, Tassen und andere Gebrauchsgegenstände her. „Töpfern ist etwas ganz Urtümliches,“ sagt sie, „es verbindet mit den vier Elementen. Der Ton ist Erde, Wasser braucht man zum Formen, Luft zum Trocknen und Feuer zum Brennen.“

Am Anfang war die größte Hürde für die begeisterte Töpferin, dass sie keinen Brennofen hatte. Doch bald kam eine Möglichkeit auf sie zu, sie konnte richtig loslegen und stellte eine Auswahl ihrer Produkte ins Internet. Wie groß war ihr Erstaunen, als sie weltweit Nachfragen erhielt: aus Singapur, Texas, Hawaii.

„Es ist der Zeitgeist, der Handgemachtes wieder im Trend sein lässt,“ erklärt sie die Nachfrage. „Ich arbeite ohne Drehscheibe und kombiniere mehrere Handaufbautechniken wie Pinching (Daumendruck) und Slab-Buildung (Plattenaufbau).“ Unregelmäßigkeiten, Abdrücke, die durch die Bearbeitung entstehen und teils rustikale Glasuren sind Sinn der Sache und stehen für das japanische „Wabi Sabi“, die Schönheit im vermeintlich Hässlichen zu sehen. Der Entstehungsprozess ist dadurch auch noch in der fertigen Keramik fühlbar.

Hier schließt sich für Sandra Walschek ein Kreis zur schamanischen Weltsicht und Philosophie. Das Schöne und das Hässliche, Perfekte und Unperfekte, Tod und Leben gehören zusammen, die Gegensätze verbinden sich.

„Töpfern kann ein Stück Selbstfindung sein,“ sagt sie. Im einfachen handwerklichen Tun kann man die Schwelle von „Ich kann das nicht…“ überwinden, was häufig beim Singen oder Zeichnen ein Hindernis darstellt. Ihr Wunsch ist es, mit anderen bei der gemeinsamen Arbeit am Ton, ganz losgelöst von Leistungsdruck, in den Austausch zu kommen.

Hier ist Sandra Walscheks Keramik zu sehen: https://www.etsy.com/de/shop/SalafeuKeramik

Über die Zeit zwischen Schlafen und Wachen

Ich war nie eine Frühaufsteherin. Nicht, dass ich ohne Wecker bis mittags geschlafen hätte, aber mein Leben lang konnte ich mich nicht an das Aufwachen durch den schrillen Ton des Weckers oder andere Eingriffe in meinen Schlaf gewöhnen. Ich brauche ein langsames Wachwerden, die Möglichkeit, den letzten Traum einzufangen und ihm nachzuspüren.

Nicht nur Träume kommen in dieser Phase zwischen Schlafen und Wachen ans Licht. Manchmal ploppt unerwartet eine Einsicht, ein Gedanke, eine Idee auf – oh, Maria hat ja heute Geburtstag, ich möchte sie endlich wieder einmal anrufen…

Auch eine kurze Mittagsruhe hilft mir, Botschaften wahrzunehmen, die im Unbewussten oder Unterbewussten darauf warten, ins Bewusstsein zu dringen. Und manchmal führt das dazu, dass sich der Tag anders entwickelt als geplant…

Herr K. erbleichte

Heute morgen wachte ich mit dem Satz auf „Herr K. erbleichte“. Ich erschrak. Der Satz stammt aus einer Kürzestgeschichte von Bertold Brecht, in der er von Herrn Keuners Begegnung mit einem alten Bekannten berichtet, den er lange nicht gesehen hat. Als dieser zu ihm sagt, dass er sich gar nicht verändert hätte, erbleicht Herr K.

Der Klimawandel, Corona zwingen uns äußere Veränderungen auf und drängen uns zur inneren Veränderung. Ich erschrak, weil ich dachte – bin ich immer noch die Alte? Halte ich nicht Schritt mit den notwendigen Umwandlungen?

Mir fiel etwas ein, was ich schon lange anders machen wollte… Sehr lange schon. Was, sei an dieser Stelle nicht verraten. Ich gehe es an, wer mich kennt, wird es sicher bemerken.

Maifeste, Walpurgis, Beltane

Weder vom Wetter noch von der Stimmung und den Möglichkeiten her waren dieses Jahr rauschende Feste in den Mai angesagt. Vielleicht mag es für einige – wie für mich – tröstlich sein, zu erfahren, dass es geschichtlich vor den wilden, ausschweifenden Maikulten den asketischen Cordea-Kult gegeben haben soll.

Cordea, auch Cardea genannt, wurde im alten Rom als Göttin der Schwellen und Türgriffe verehrt. Ihre Pflanze war der Weißdorn, ihre Prinzipien Strenge, Reinheit und Schlichtheit, deren Einhaltung Wachstum und Reife verspricht. In jener Zeit sollen die Menschen zwischen Maianfang und Sommersonnenwende alte Kleidung getragen und sich durch Reinigungsriten innerlich und äußerlich auf die Sommersonnenwende vorbereitet haben.

Ovid schrieb über Cordea: „Ihre Macht ist es, zu öffnen, was geschlossen ist, zu schließen, was geöffnet ist.“

Mythen gaben (und geben) Menschen Halt und Verständnis für ihre Lebenssituation. Eigene Erfahrungen können durch die Erzählungen in einem größeren Rahmen betrachtet werden. Dadurch kann Verbundenheit entstehen, selbst wenn man/frau sich gerade isoliert und abgeschnitten vom Leben fühlt („Warum bin ich unglücklich, wenn es um mich herum grünt und blüht?“)

Die griechische und römische Mythologie kennt übrigens unzählige Götter und Göttinnen für die unterschiedlichsten Lebensmodelle. So gibt es zum Beispiel nicht nur die Heilige (Maria) und die (angebliche) Hure, ein Frauenbild, das die christliche Mythologie lange geprägt hat, sondern göttliche Vorbilder für Frauen in allen erdenklichen Situationen, von der (Erd-)Mutter Demeter bis zur Wissenschaftlerin Athene, von der Liebesgöttin Aphrodite bis zur Todesgöttin Hekate.

Schamanisches zum Impfen

Was hat es aus schamanischer Sicht mit dem weltweiten Impfen gegen den Coronavirus auf sich? Diese Frage stellte ich meinem Lehrer aus der geistigen Welt.

Das Bild der Erdkugel tauchte auf, um die sich feine helle gelbweißliche und rötliche Fäden spinnen, kreuz und quer.

Dazu gab mir der Lehrer folgende Information: Das Impfen verbindet euch Menschen auf eine subtile, bislang nicht bekannte Weise. Natürlich seid ihr sowieso verbunden durch euer Menschsein aus Fleisch und Blut, durch Gefühle, mental und spirituell, doch diese Arten von Verbindung sind von zahllosen Spaltungen durchzogen. Das Impfen verbindet euch ohne Spaltung.

Die Besonderheit der feinen Verbindung durch das Impfen wird euch erst viel später energetisch zugänglich sein, fügte er noch an.

P.S. Über Unterschiede zwischen den Impfstoffe hat er sich nicht geäußert.