Lichtmeß, Fest der jungen Vision

Lichtmeß oder Imbolc, das Anfang Februar gefeiert wird, gehört zu den vier Mondfesten im Jahreskreislauf. Ziriah Voigt nennt es das „Fest der jungen Vision“. Die junge Mondsichel steht in diesem Jahr allerdings nicht am Himmel, wir haben am 1. Februar Vollmond.
Das sollte uns jedoch nicht davon abhalten, unsere Visionen für dieses Jahr in Worte zu fassen. Bevor sich etwas materialisiert, entsteht es auf der inneren, mentalen und/oder bildlichen Ebene. Nicht ohne Grund heißt es in der Bibel „Am Anfang war das Wort“.
Gleich ob wir diesen Vorgang allein oder mit anderen vollziehen, in Ritualform oder schlicht alltäglich, wir sollten die gestalterischen Kräfte dieser Zeit nutzen. Wobei ein Ritual, und sei es noch so klein, die Wirkung enorm erhöhen kann.
Während ich dies schreibe, keimt in mir der Gedanke, mir vorzustellen, wie Frieden in der Ukraine und in Israel/Palästina aussehen kann. Ich denke an die Menschen in den Ländern, die trotz allem zusammenarbeiten für Frieden. Zum Beispiel Palästinenser und Israelis in der Organisation „Combatants for Peace“. In meiner Vision sehe ich diese Menschen und Gruppen als Lichtpunkte, die sich ausdehnen…

P.S. Wer Anregungen für die Gestaltung der Jahreskreisfeste sucht – ich kann das Buch von Ziriah Voigt „Ritual und Tanz im Jahreskreis“ unbedingt empfehlen, erschienen im Verlag Gisela Meussling in Bonn.

Lichtmess, Fest der jungen Vision 2024

Die Knospen der Forsythienzweige in meiner Vase färben sich langsam gelb, und abends bleibt es ein wenig länger hell. Das Sternzeichen Wassermann – anders als das „Wasser“ im Namen vermuten lässt, wird es dem Element Luft zugeordnet – hat den Steinbock abgelöst und die Regie übernommen. Das stürmische Wetter passt zu diesem Übergang!

Der Monat Februar naht und damit das erste Jahreskreisfest, das Anfang Februar gefeiert wird. Lichtmess, das Fest der jungen Mondsichel, der neuen Vision. Dieses Jahr haben wir erst am Freitag, 9.2.24 Neumond, und der Sichelmond wird frühestens um den 10./11. Februar zu sehen sein. Doch im Allgemeinen wird das Fest unabhängig vom Lauf der Mondin Anfang Februar begangen.

Im Mittelpunkt des ersten Jahreskreisfestes steht das zunehmende Licht, daher auch der Bezug zum zunehmenden Mond. Und wie immer bei diesen Festen geht es nicht nur um das, was auf der sichtbaren Ebene geschieht, sondern auch um das nicht oder noch nicht Sichtbare. In diesem Fall um das Licht in uns, das wachsen möchte. Wofür brenne ich, was lässt mich aufatmen und strahlen?

Noch ist die Zeit nicht gekommen, dieses kleine, innere Licht, dieses zarte Pflänzchen, zu manifestieren. Doch wir können es benennen und dann bewusst hüten und nähren, bis es sich – vielleicht zum Frühlingsanfang – hinauswagen kann in die Stürme des Lebens.

 

Wintersonnenwende, Zeit des LIchts oder der Dunkelheit

Die Wintersonnenwende wird meist als Fest des Lichts gefeiert, so hat es sich auch durch die christliche Tradition überliefert. Ziriah Voigt bezeichnet das in ihrem spannenden Buch „Ritual und Tanz im Jahreskreis“ als patriarchales Erbe.

Voigt beschreibt, dass wir im November-Jahreskreisfest (Dunkelheitsfest, Allerheiligen/Allerseelen etc.) mit dem Tod konfrontiert werden. Jetzt, Ende Dezember, ist Sterben nicht mehr das Hauptthema, von der Entwicklung der Natur her betrachtet. Aber es bleibt noch dunkel, Licht bricht sich nur mühsam Bahn.

Die Autorin und Ritualleiterin bezeichnet diese Zeit als eine Zeit des Stillstands und der Schwere, als einen Zustand wie vor Beginn aller Zeit und Form, eine „schwarze Dunkelheit“, in der die Möglichkeit für jegliches Werden liegt. Das ist, nach Ziriah Voigt, matriarchales Wissen: aus der Dunkelheit entsteht alles, was ist. Und in diese Zeit, in diesen Zustand hinein, können wir Wünsche für das neue Jahr geben.

Ungefähr bis zum nächsten Jahreskreisfest, Lichtmess, dauert die schwarze Dunkelheit. Anfang Februar dann wird es deutlich heller und lichter, ein neuer Zyklus bricht an.

 

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