Durch einen Zufall sind mir meine Tagebücher aus der Jugendzeit in die Hand gefallen. Keine einfache Lektüre. Hier nur ein kleiner Ausschnitt: „Es regnet und alles ist mies. Ich bin wirklich froh, wenn wieder Abend ist, dann habe ich den Tag hinter mir. Das ist doch kein Leben hier, das ist doch nur ein Vegetieren, ein Warten auf eine Gelegenheit, bei der ich wieder leben kann und wieder daran scheitere, dass ich nicht darf…“ Und so weiter und so fort.
Verbote seitens der Eltern und die eigenen Hemmungen, eine scheinbar unendliche Geschichte, unterbrochen von ein paar Lichtblicken. Ein Auf und Ab der Gefühle. Irgendwann habe ich als Jugendliche geschrieben, dass ich versuche, meine Gefühle „wegzudenken“. Eine Lösung, die es mir später schwer machte, überhaupt wieder Zugang dazu zu bekommen.
Zum Glück ist diese Zeit vorbei. Ich frage mich, wie manche Menschen die Jugend als die glücklichste Zeit ihres Lebens beschreiben können.
Vielleicht ist es doch kein Zufall, dass mir die Tagebücher gerade jetzt in die Hände gefallen sind. Der Planet Pluto ist rückläufig, und das kann ein großes Ausmisten bedeuten. Ein Bewusstwerden und Verabschieden von alten Mustern, Denkweisen, Rollen. Danke, Pluto, dass du mir nochmal vor Augen führst, was vorbei ist. Die alten Tagebücher können jetzt verbrannt werden.